fbpx

Standheizung im Wohnmobil

Arved Wohnmobil-Ausbau Leave a Comment

Standheizung im Wohnmobil

Mit unserem Entschluss, mindestens für ein halbes Jahr im Van zu leben, war die Entscheidung für eine Standheizung im Wohnmobil gefallen. Da wir zu Beginn unserer Tour bereits im April nach Schweden & Nordnorwegen reisen wollten, war die Entscheidung eindeutig. Die Möglichkeit, den Van ganzjährig bewohnen zu können, war dabei ein wichtiges Argument für uns. 
Mit der Entscheidung für eine Standheizung begann die Recherche:

  • Diesel-Heizung oder Gas?
  • Welche Bedingungen muss die Standheizung erfüllen?
  • Wieviel Heizleistung brauchen wir?
  • Welcher Hersteller?
  • Einbauen lassen oder selbst montieren?

Unsere Anforderungen an eine Standheizung im Wohnmobil

Unsere Anforderungen waren:

  • hohe Zuverlässigkeit
  • Hohe Betriebssicherheit
  • einfache Brennstoffversorgung
  • ausreichende Heizleistung, um unseren Van auch bei leichten Minusgraden auf mindestens 15°C heizen zu können
  • einfacher / günstiger Einbau

Die Zuverlässigkeit einer Standheizung wird maßgeblich durch die Wahl der Passenden Heizleistung bestimmt. Insbesondere Diesel-Standheizungen vertragen es nciht gut, dauerhaft mit geringer Last betrieben zu werden. Wer sich also in seinen VW-Bus eine 4KW-Standheizung montiert und diese dann thermostatgesteuert immer wieder auf kleinster Stufe an- und ausgeht ist ein hoher Verschleiß und mittelfristig ein Schaden vorprorammiert. Daher haben wir unsere benötigte Heizleistung auf ca. 2-3kW festgelegt.

Der Punkt für Betriebssicherheit geht für uns ganz klar an die Diesel-Heizungen. Dies aus dem einfachen Grund: Diesel brennt nicht ohne Docht bzw. Vergasung. Sollte irgendwo ein Kraftstoff-Leck auftreten ist Diesel hierbei wesentlich sicherer als Gas. Zudem wollten wir unsere Gasanlage möglichst simpel halten (1 Flasche/ 1 Verbraucher (Kocher) / keine langen Gasleitungen).

Die Brennstoffversorgung wäre bei Gas und Diesel gleichermaßen gegeben. Der Zugang zu Diesel ist jedoch noch einmal einfacher als bei Gas- somit geht auch dieser Punkt mit leichtem Vorteil an die Diesel-Standheizung.

Der Einbauaufwand der Gas- und Diesel Heizungen ist mehr oder weniger Vergleichbar. Aus den o.g. Gründen der Betriebssicherheit haben wir aber grundsätzlich mehr Respekt vor Gasinstallationen und daher auch diesen Punkt mit leichtem Vorteil für die Diesel-Heizung gewertet.

Gas? Diesel? Welches Modell? Die Entscheidung!

Durch die Auswertung unserer Anforderungen war relativ schnell klar, dass es eine Diesel-Standheizung mit ca. 2-3kW Heizleistung werden sollte. Nach einer umfassenden Recherche haben wir uns für die Planar 2D Diesel-Standheizung mit 2KW Heizleistung entschieden. 
Dieses Modell wird in Deutschland über den Expeditions-Shop Tigerexped in verschiedenen Varianten und Sets vertrieben. Diese Sets unterscheiden sich in der Betriebsspannung (12V/24V), den Bedienpanels (elektronisch / Manuell) und dem ggf. enthaltenen Höhenkit. Dieses Höhenkit sorgt beim Einsatz in größeren Höhen für eine optimierte Gemischzusammensetzung- aufgrund des niedrigeren Luftdrucks muss die Einspritzung etwas angepasst werden.
Die Kollegen von Tigerexped haben uns telefonisch bestens beraten und sind extrem hilfsbereit. Auch der Preis von rund 600€ inklusive aller Anbauteile ist im Vergleich zu den „großen“ der Branche wie Webasto oder Eberspächer absolut preiswert.

Weitere Funktionen für Standheizungen

Neben den oben aufgezählten Kriterien gibt es natürlich noch einige Eigenschaften und Funktionen, welche Einfluss auf die Entscheidung für ein bestimmtes Modell haben können. So verfügt die Planar 2D über die Möglichkeit, einen zusätzlichen Temperaturfühler zu installieren. Am Gerät kann dann eingestellt werden, ob die Temperatur an der Heizung, am Bedienpanel oder am externen Temperaturführer gemessen werden soll. So kann dann z.B. der zusätzliche Temperatursensor im Wohn- oder Schlafbereich montiert werden damit die Heizung nach der dort herrschenden Temperatur agiert. Darüber hinaus kann die Heizung auch per Funk-Fernbedienung aus bis zu 100m Entfernung ein- und ausgeschaltet werden und besitzt einen zusätzlichen Schalteingang, welcher frei konfiguriert werden kann. Hier können wir z.B. in Zukunft noch mit einem eigenen, ferngesteuerten System (beispielsweise per App) die Heizung ein- und ausschalten.

Standheizung im Wohnmobil: der Einbau

Durch die Recherche und den Kontakt mit den Mitarbeitern von Tigerexped hatten wir inzwischen so viele Informationen gesammelt, dass wir uns entschlossen, die Planar 2D selbst einzubauen. Durch den mitbestellten Einbauflansch reduzierte sich der Aufwand noch einmal stark: statt mehrere sehr exakt platzierte Löcher in den gewellten Fahrzeugboden zu schneiden konnten wir nun ein simples Rechteck sägen bzw. flexen, um dort den Flansch zu montieren.

Vereinfachte Montage im Boden dank Einbauflansch

Was bringt so ein Flansch bzw. was ist das eigentlich? Der Flansch ist eine Halterung und Einbauhilfe für den Einbau der Standheizung im Fahrzeugboden. Durch seine Form kann er in eine rechteckige Öffnung gesetzt und sehr einfach befestigt werden (mit Sikaflex und Schrauben). Neben dem stark vereinfachten Bodenausschnitt hat der Flansch einen weiteren großen Vorteil: sollte die Heizung zu Reparaturzwecken ausgebaut werden müssen, so können die Schrauben, welche die Heizung am Flansch befestigen, sehr einfach demontiert werden. Wenn die Heizung direkt am Fahrzeugboden verschraubt wird müssten die Schrauben ggf. mit Dichtmasse eingesetzt werden und wären so wesentlich schwerer zu entfernen. Unserer Erfahrung nach sind die rund 60€ für den Einbauflansch bestens investiert!

Dieselversorgung: Rücklauf, Tankentnahme oder Extratank?

Für die Kraftstoffversorgung der Diesel-Standheizung im Wohnmobil gibt es drei Möglichkeiten:

  • Entnahme im Diesel-Rücklauf 

    Vorteil: Diese Variante ist relativ simpel umzusetzen: Die Rücklaufleitung wird durchtrennt, ein T-Stück eingesetzt und der Abzweig des T-Stücks an die Standheizung angeschlossen.  
    Nachteil: Durch den Eingriff in das Spritversorgungssystem ist eine unbeabsichtigte Wechselwirkung mit dem Motorbetrieb nicht auszuschließen. Zudem ist das Rücklauf-Rohr im Tank so konzipiert, dass das Ansaug-Ende auf ca. 25% Füllstand endet. Bei <25% Tankfüllung kann die Heizung also nciht verwendet werden

  • Eigene Tankentnahme für die Standheizung

    Vorteil: durch Messen und Anpassen der Steigleitung kann die Tankreserve selbst bestimmt werden (wir haben ca. 15% verwendet). Es erfolgt kein Eingriff in die Kraftstoffleitung des Motors.
    Nachteil: Die Öffnung in den Tank für die Entnahme muss selbst gebohrt werden. Je nach Fahrzeug kann dies einen größeren Arbeitsaufwand bedeuten (bei unserem Ducato X250 ging es zum Glück relativ einfach).

  • Separater Kraftstofftank

    Vorteil: Steuerlich reduziertes Heizöl kann verwendet werden (ca. 40% Ersparnis). Kein Eingriff in Tank oder Kraftstoffleitung. Kein unbeabsichtigtes Leerheizen des Kraftstofftanks.
    Nachteil:zusätzliches Bauteil (Kosten). Geeigneter Montageort notwendig- bei Montage im Fahrzeuginnern möglicherweise dreckiger Tankvorgang; Geruch im Innenraum; montagebedingt kann ess ein, dass die Kraftstoffleitung trotzdem nach außen gelegt werden muss (der Kraftstoff-Einlass bei der Planar 2D ist z.B. auf der außen gelegenen Unterseite).

Wir haben uns für die zweite Variante, die zusätzliche Tankentnahme, entschieden. Ein Eingriff in die Dieselversorgung des Motors war uns zu heikel (außerdeim rieten uns die Kollegen von Tigerexped davon ab), ein Zusatztank im Inneren war für uns auch nicht attraktiv. Hier muss jedoch jeder selbst nach den eigenen Bedürfnissen und den Gegebenheiten im Auto entscheiden- so war bei uns der Tank zum Glück gut über eine Wartungsöffnung erreichbar- wenn dies nicht der Fall ist muss ggf. der gesamte Tank demontiert werden, um eine Tankentnahme zu installieren.

Kraftstoffpumpe, Stromversorgung & Abgasleitung

Die Montage der Kraftstoffpumpe ist simpel und schnell erledigt. mit Hilfe der mitgelieferten Halterungen und Schrauben (selbstschneidende Gewindeschrauben) ist die Dieselpumpe schnell montiert. Der Kraftstoffschlauch wird passend gekürzt und mit den Übergangsschläuchen befestigt. 
für die Stromversorgung der Kraftstoffpumpe haben wir ein weiteres, kleines Loch (3 oder 4 mm) in den Boden gebohrt. Nachdem die Stromleitung an der Kraftstoffpumpe montier und die Kabel sauber verlegt waren haben wir die Bohrung erst mit Rostschutzlack behandelt und mit Sikaflex 221i verschlossen.

Die Abgasleitung muss aus mehreren Teilen selbst angepasst und montiert werden. Der heißeste, von der Heizung abgehende Teil, wird mit dem Hitzeschutz ummantelt. Daran anschließend wird der Schalldämpfer montiert und daran wiederum ein Stück Abgasrohr mit dem schützenden Endstück. Dieses verhindert ungewolltes Eindringen von Dreck und regelt auch den notwendigen Abgas-Gegendruck.
Die ganze Abgasleitung muss natürlich so montiert werden, dass keine anderen Bauteile (Bremsleitungen, Kabel, Ersatzrad, andere Anbauten) beschädigt oder gefährdet werden. Wir haben die Standheizung hinter dem Fahrersitz und somit in der Nähe der Motor-Abgasanlage montiert. So haben wir alle Abgas in einer Richtung des Fahrzeugs, was uns wiederum mehr Freiheit bei der Gestaltung der Gaskastenentlüftung lässt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (14 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...