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Gas im Wohnmobil

Lara Buhle Wohnmobil-Ausbau Leave a Comment

Gas im Wohnmobil

Warum eine Gasanlage?

Nach einer anstrengenden Wanderung oder einem langen Tag in der Natur, ist ein leckeres Essen essentiel, um den Abend zu zelebrieren. Doch wie soll man im Auto kochen? Mit Campingkocher, den man immer auf- und abbauen muss und der lange nicht so viel Leistung hat wie der Herd zu Hause? Irgendwie nicht so toll. Die einfachste Methode eine gute und hübsche Kochgelegenheit zu schaffen ist ein Gasherd. Mit Gas kann geheizt, gekocht und warm Wasser aufbereitet werden. Eigentlich gibt es auch wenige Alternativen zu Gas, um im selbst ausgebauten Van vernünftig und vielseitig zu leben, zu wohnen, zu arbeiten oder auch einfach zu reisen. Außerdem ist Gas ein günstiges Gut und umweltverträglicher als andere fossile Brennstoffe. Also her mit der Gasflasche und ran an die Arbeit.

Gastank oder Gasflasche

Ganz einfach Geschmacksache. Wir haben uns für eine Gasflasche entschieden, da wir eine Diesel Standheizung eingebaut haben (Standheizung einbauen). Es gibt klare Richtlinien, die besagen, dass bei einer Diesel Standheizung kein Gas nach unten entlüftet werden darf. Somit wäre ein Gastank unter dem Auto und in direkter Nähe der Standheizung ein NoGo gewesen.

Vorteile Gastank:

  • Einfaches Betanken von außen
  • Betanken auch im Ausland an LPG-Tankstellen (mit passenden Adaptern)

Nachteile Gastank:

  • teurer in Anschaffung
  • nicht kompatibel mit Dieselstandheizung

Vorteile Gasflasche:

  • günstig
  • kann einfach selber eingebaut werden

Nachteile Gasflasche

  • Adapter in vielen Ländern unterschiedlich
  • schleppen der Flaschen bei Austausch
  • geringeres Fassungsvermögen

Hier ist ein Artikel zum Gastank, um nochmals die Vor- und Nachteile abzuwägen:

Betanken einer Gasflasche im Ausland

Es wird sogar im europäischen Ausland schon schwierig die Gasflasche neu zu betanken. Grund: es gibt keine Norm für die Anschlüsse und somit bräuchte man überall einen Adapter. Es bewährt sich, wenn die Flasche leer sein sollte, einfach eine Mietflasche im Ausland zu kaufen, die man dann dort auch wieder zurückgeben kann. Aufgefüllt/Getauscht werden kann die Gasflasche dann, sobald man wieder in Deutschland ist.

Gas in der Flasche- aber welche?

Eine rote oder graue Gasflaschen, Butan oder Propan, die Alu-Variante oder die herkömmliche Flasche?

Rote Gasflaschen

sind Mietflaschen, die du nur bei den jeweiligen Vertriebspartnern tauschen kannst. Unsere Meinung nach ist dies eher nicht sinnvoll, wenn du in den Urlaub willst. Wer weiß, wo sich der nächste Partner befindet? Solltest du allerdings einen festen Wohnmobilstellplatz haben, kann mitunter eine Leihflasche günstiger sein.

Graue Gasflaschen und Alu Gasflaschen

sind Eigentumsflaschen. Diese kannst du eigentlich bei fast jedem Baumarkt tauschen. Beim ersten Kauf der Flasche wird eine Pfandgebühr bezahlt, die du nicht zurückbekommst, doch beim Tausch musst du dann nur die Füllung bezahlen. Auch Alu Gasflaschen sind Eigentumsflaschen und nützlich, wenn du an Gewicht im Auto sparen möchtest. Im Vergleich zu herkömmlichen Flaschen sind diese aber ziemlich teuer und können nicht überall getauscht werden.

Gasflaschen kannst du in den Füllmengen 5 kg und 11 kg kaufen. Für den Einbau im Van würden wir immer die größere empfehlen, damit du auch autark unterwegs sein kann, ohne dauernd die Flasche zu wechseln.

Butan und Propan

Butan und Propan sind Flüssiggase, die in der Gasflasche unter Druck flüssig sind. Sobald sie den Schutz der Flasche verlassen gehen sie in den gasförmigen Zustand über. Perfekt geeignet als Brennstoff zum Kochen oder als Heizstoff für einen warmen Innenraum. Die beiden Gase unterscheiden sich im Preis und in ihrer Anwendbarkeit. Durch den niedrigen Siedepunkt bei Propangas, kann auch im Winter damit gekocht und geheizt werden, wohingegen Butan schon bei Nullgraden zu schwächen beginnt. Propan ist in Deutschland meistens auch günstiger.

 

Einbau- allein oder mit Hilfe?

Ein bisschen handwerkliches Geschick wird verlangt, aber mit Hilfe dieser oder anderer Anleitung im Web, dürfte es keine Schwierigkeiten beim Selbsteinbau mehr geben. Natürlich ist es jedem selbst überlassen, den Einbau einer Gasanlage in professionelle Hände zu geben, doch wer will nicht ab und an mal sein eigenes Können unter Beweis zu stellen. So schwer ist das Ganze nämlich gar nicht.

Hilfe kannst du dir nicht nur im Internet holen. Auch Gasabnahmestellen beraten gerne telefonisch oder persönlich zu diesem Thema. Dort kannst du auch alle Teile, die man zur Installation braucht, kaufen. Wir haben uns an eine kleine Werkstatt in Hamburg gewandt und sind sehr zufrieden mit dem Service: Holger Reuter (service-ums-freizeitmobil-reuter).

 

Vorraussetzungen für die Gasprüfung

Alle zwei Jahre muss eine Gasanlage geprüft werden. Ohne diese passende Plakette kommt das Wohnmobil nicht durch den TÜF.

  • Alle im Mobil vorhandenen Gasgeräte müssen funktionstüchtig sein
  • Die Zündsicherungen müssen funktionieren
  • Die Brennprobe muss funktionieren
  • Schlauchleitungen und Gasdruckregler dürfen nicht älter als 10 Jahre sein
  • Gaskastens, Abgasführungen etc. müssen sicher installiert sein
  • Schlauchleitungen werden auf Dichtigkeit geprüft

Benötigte Teile für die Gasanlage

  • Gasdruckregler
  • Schlauchleitungen (nicht länger als 40 cm)
  • Abgasführung mit Entlüftungsgitter
  • Quetschhülsen
  • Zugelassene Rohre

Installation der Gasanlage

Gasleitungen dürfen nur mit zugelassenen Rohren verlegt werden. Stahlrohre müssen mit Quetschhülsen verdichtet werden. Für den Anschluss der Geräte an die Rohre werden bestimmte Verschraubungen benötigt. Mehr Informationen und Fotos folgen.

Bau eines Gaskastens?

Wichtig beim Bau des Gaskastens ist, dass dieser zum Innenraum luftdicht verschlossen ist und somit das Gas, durch kein Loch und keine Ritze entgleiten kann.

Du benötigst: Holzplatten, Stichsäge, Schrauben und Akkuschrauber, Leim, Silikon, Schließmechanismus, Isolierung

  • Ein Gaskasten kann aus sechs Holzplatten gebaut werden. Diese werden auf die Größe der Gasflasche angepasst (so, dass sie noch bequem rein und rausgeht) und miteinander verschraubt.
  • Die vordere Platte muss zu öffnen sein, damit man an die Gasflasche rankommt. Mit einem Dichtungsmaterial (zum Beispiel Armaflex) kann der Schließmechanismus einfach und luftdicht hergestellt werden.
  • In der hinteren Platte sollte ein Loch sein, dass auf das Rohr zu der Entlüftungsöffnung im Auto angepasst ist.
  • Es muss auch noch ein Loch in eine Platte gebohrt werden, um das Rohr zum Kocher zu platzieren.
  • Um den Gasaustritt aus dem Kasten zu gewährleisten müssen Ecken, Kanten und Löcher mit Silikon oder Sikaflex verdichtet werden. Tipp: Silikon ist günstiger und einfacher wieder abzubekommen, falls man nochmal etwas ändern muss.
  • Die Gasflasche muss vor dem Umkippen geschützt werden. Dies kann unter Anderem mit einfachen Spanngurten erreicht werden.

Eine ausführliche Beschreibung mit Fotos folgt.

 

Checkliste Gasinstallation

  • ✓Luftdichter Gaskasten
  • ✓Guter Halt der Rohrleitungen
  • ✓Innerhalb des Gaskastens keine Zündquellen
  • ✓Lüftungsöffnung vorhanden
  • ✓Prüfdatum der Gasflasche beachten

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